Informationen zum Blatt  
   

Allgemeines

Bei der Tonerzeugung wirkt das Blatt zusammen mit der Mundstückbahn wie ein Ventil.
Es schwingt im Strom der ausgeblasenen Luft.
Der Spalt öffnet und schließt sich dabei mit hoher Frequenz.
Blattform und Bahn müssen also zueinander passen und
das Blatt musssehr elastisch sein.

Die Lippen müssen das Blatt an die Bahn andrücken können ( Ansatz ).
Ohne Andruck entstehen nur Quietschgeräusche.

Ein optimaler Ton ist nur möglich, wenn in der Gesamtheit
Bläser(in )-Blatt-Mundstück-Klarinette
jedes Element optimal ist und alle Elemente aufeinander abgestimmt sind.
Das Blatt ist dabei von größter Wichtigkeit

Das Blatt ist als organisches Material ( Halm der Schilfart Arundo donax )
abhängig vom Wuchs der Pflanze und "lebt" weiter, d.h. sein Zustand und Verhalten ist von der Umgebung abhängig, insbesondere von der Feuchtigkeit.

Es lohnt sich, wenn man das Blatt sorgfältig behandelt ( und es schont den Geldbeutel )

 
Die Blattauswahl   Einspielen des Blattes        

Was kann man schon beim Kauf beachten ?
Im durchscheinenden Licht wird einiges erkennbar:
Der Faserverlauf sollte in Blattrichtung parallel und möglichst eng sein.
Auf der Unterseite dürfen keine Fasern angeschnitten sein
Das Herz sollte weit nach vorn gehen;
Material kann man wegnehmen, aber nicht hinzufügen.
Die Farbe im Anschnitt sollte gelblich sein.
Weiß deutet auf schlechte Ansprache hin.
Ü
beraltertes Material wird bräunlich.
Drückt man die Spitze leicht gegen den Daumennagel, so erkennt man
das elastische Verhalten ( ggf. ein gutes Blatt als Muster mitnehmen )
Geht die Krümmung nicht zurück, fehlt die notwendige Elastizität.

Drückt man einen Fingernagel in die Stirnseite am Blattende, so
sollte nur ein mittlerer Eindruck entstehen.
Ist er zu klein, so ist das Blatt alt und ausgetrocknet.
Ist er zu groß, ist das Blatt zu frisch und weich.

Wer sein Blatt sofort nach dem Kauf stundenlang spielt,
verdirbt es mit Sicherheit.
Man sollte mehrere Blätter einspielen,
d.h. max. 10 min am ersten Tag
und dann langsam über mehrere Tage hinweg immer länger.
Vor dem Spiel mit Wasser gut anfeuchten.
Nach dem Spiel die ermüdete Blattspitze massieren ("beleben" ),
das Blatt abtrocknen und mit dem Daumennagel reiben.
um die Poren zu schließen. Noch leicht feucht auf eine

geschliffene Glasplatte ( z.B. Taschenspiegel ) "kleben".
Erst nach einigen Tagen saugen die Poren kaum noch Wasser auf.
Das Blatt ist eingespielt.
Erst jetzt läßt sich beurteilen, ob das Blatt gut ist, oder ob
Korrekturen erforderlich sind.
Hervorgequollene Poren schleift man mit feinem Sandpapier oder Schachtelhalm glatt.
   
   
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