Informationen zum Blatt ( Fortsetzung )  
   
Weitere Blattpflege Korrektur des Blattes  

Nach jedem Spielen das Blatt mit Wasser abwischen und vorsichtig abtrocknen
Die weitere Blattlagerung erfolgt - wie beim Einspielen - zweckmäßigerweise
auf einerGlasplatte bei einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 50%.
Das Blatt muss aber noch trocknen können. Empfehlung: nur die Blattspitze, die leichtwellig wird, auf der Glasplatte ankleben, die restlich Fläche nicht.

Ich selbst säubere schmutzig gewordene Blätter - man sollte beim Spielen
nicht ständig mit dem Daumen darüber wischen - vorsichtig am
Waschbeckenrand mit einer Nagelbürste. Dabei bürste ich
- bei guter Auflage im Spitzenbereich - immer in Richtung der Blattspitze.
Das Blatt ist nach der Behandlung deutlich besser.

Irgendwann wird aber jedes Blatt müde und muss ausgetauscht werden.
Dann sollte man genügend eingespielte Blätter parat haben
( Etui mit Glasplatte ).
Auch bei einem Konzert ist das wichtig, denn es kann leicht passieren,
dass man versehentlich das benutzte Blatt beschädigt

Das Blatt muss insgesamt in der Form ausbalanciert sein.
Manche Blätter sind z.B. nicht symmetrisch, d.h. eine Längsseite ist steifer
als die andere. Das ist feststellbar, wenn man beim Anblasen das
Instrument im Mund dreht.
Die Balance muss schon am Anfang stimmen, sonst sind alle Versuche
zur Korrektur sinnlos.
Grundsätzlich nur vorsichtig, schrittweise unter ständiger Kontrolle
Material wegnehmen.
Die Blattspitze zum Schluss bearbeiten.
Hilfsmittelgrob: Feile bzw. scharfe Klinge - z.B. Rasierklinge
mittel: feines Sandpapier - z.B. Sandpapier-Nagelfeilen.
fein: Schachtelhalm - auch noch heute kaum zu übertreffen.
Immer in Richtung der Faser, zur Spitze hin arbeiten.
Im Randbereich leicht schräg nach aussen.
Die Oberfläche darf weder zu rauh noch zu glatt sein, damit der
Feuchtigkeitsaustausch durch die Poren nicht gestört wird.
Die Blattunterseite muss eben sein - sie ist ohnehin bei fertigen
Blätter ganz selten zu bearbeiten-, ggf. auf ebener Glasplatte schleifen.

 
  Problemlösungen            

Zu schwer
Den Kern des Blattes möglichst nicht anrühren, denn eine Gesamtkorrektur
des Blattes erfordert sehr viel Übung.
Flankenbereich (2) bearbeiten, aber nur wenig ( sonst verheerende Folgen )
Flankenbereich (3) bearbeiten, wenn das Schließen durch Ansatzdruck
schwierig ist ( nicht ganz so heikel )
Flanken und Unterseite bearbeiten, wenn die Resonanz insgesamt schlecht ist.
Bereich (7) bearbeiten, wenn das untere Register zu schwer ist.
Keine Resonanz, stumpfer Klang ? B1 und B2
B2-Spitzenbereich für unteres Register, B2 oberer Bereich für mittleres Register.
Hohe Töne nur schwer anstoßbar ? B1 und B2, ggf. B3
Klang dumpf ? B1 und B2
Blatt gut, aber ein wenig zu schwer ? B7,B6 B4 ( Achtung Kern ! s.o. )
und B2 im oberen Bereich
Spitze zu dick ? B1 von der Unterseite her vorsichtig anschleifen ( fein ).

Zu leicht
Blatt zum Test etwas weiter zu Mundstückspitze hin aufbinden. Es wird dann
scheinbar schwerer. Damit lässt sich testen, ob ein Abschneiden sinnvoll ist.
Spitze abschneiden, aber nur wenig ( max. 0,7 mm ).
Schrittweise probieren ( zu viel ist kaum noch korrigierbar ).
Das Blatt sollte feucht sein. Nachher Blattecken vorsichtig runden ( s. Rauschen ).
Alte Blätter werden "müde" und damit leichter.
Abschneiden kann das Leben etwas verlängern
Scharfer oder summender Klang ? Spitze abschneiden, s.o.

Bereich 4
Hier liegt die Helligkeit des Tons.
Zur Schlussoptimierung geeignet.
Klang dünn im hohen Register ?
B4 bearbeiten

Ansprache noch nicht optimal ?
B4 bearbeiten


Sonstiges
Rauschen im Piano, sonst gut ?
Spitzenecken vorsichtig abrunden

Blatt pfeift ?
Bereich (2) bearbeiten
Evtl. schließt das Blatt nicht
richtig, weil die Ränder
krumm sind ( falsch aufbewahrt )


 

Hält man das Blatt
gegen das Licht, so kann
man die Bereiche erkennen
und ihre Ausgewogenheit beurteilen

   
   
Für die Inhalte der gesamten Website zu beachten: copyright : Februar 2005 by Klaus Neuendorf